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Inspekteur zu Gast bei der Sektion Berlin

Autor: Hartmut Köhler, Sektion Berlin

Bei ihrer Abendveranstaltung am 12. September 2016 konnte die Sektion Berlin des Freundeskreises Luftwaffe e.V. den Inspekteur der Luftwaffe, Herrn Generalleutnant Karl Müllner begrüßen. Die Veranstaltung fand auf auf Einladung von Herrn Generalleutnant a.D. Walter Schmitz  in der General-Steinhoff-Kaserne in Berlin Gatow statt.

Gruppenfoto: v.l.n.r. Staatssekretär Henner Bunde, Generalleutnant Karl Müllner – Inspekteur Luftwaffe –,
Generalleutnant a.D. Walther E. Schmitz, Oberstabsfeldwebel a.D. Günther Hoffmann – Leiter Sektion Berlin  und Regierungsdirektor Ralf Karasch.

General Schmitz begrüßte die Anwesenden. Er dankte, dass sie seine Einladung angenommen haben. Besonders erfreut zeigte er sich, dass der Inspekteur schon fast einer guten Tradition folgend -  auch in diesem Jahr - wieder zu uns gekommen ist. General Karl Müllner berichtete über das  gegenwärtige Aufgabenfeld der Luftwaffe und richtete  seinen Blick auch in die Zukunft.

Zunächst wurde aber ein Abendessen gereicht. Frau Hoffmann, die Ehefrau unseres Sektionsleiters Günther Hoffmann, hat ein vortreffliches Wildgericht zubereitet, welches unter großer Anerkennung der Teilnehmer genossen wurde. Abgerundet wurde das Mahl schließlich mit einem ebenfalls sehr gelungenen Dessert, einer Weincremespeise.
Günther Hoffmann übergab Generalleutnant a.D. Schmitz  als Dank für die Einladung und Ausrichtung des Abends eine DVD-Sammlung klassischer Musik.

Der Inspekteur erinnerte daran, dass er bereits im vorigen Jahr auf die problematische Situation an der Ostgrenze der NATO hingewiesen hat. Daran hat sich nach wie vor nichts geändert. Aufgrund der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland und der Destabilisierung der Ost-Ukraine sind die Nato-Partner an der Grenze zu Russland besorgt, dass ihnen Ähnliches widerfahren könnte. Daher legen sie darauf wert, dass die Bündnistreue in der NATO durch sichtbare Maßnahmen dokumentiert wird. Deswegen fand der letzte NATO-Gipfel auch in Warschau statt. Weiterhin wird die Truppenpräsenz in diesen Ländern auch im Wechsel mit anderen NATO-Partnern erhöht. Es werden regelmäßig Manöver abgehalten, auch jeweils unter deutscher Beteiligung. Durch Sichtbarmachung der Verlege-Fähigkeiten von Truppen kann die Verteidigungsbereitschaft unter Beweis gestellt werden.

Die Luftwaffe wird sich auch weiterhin im Wechsel mit anderen NATO-Partnern an der Luftraumüberwachung im Baltikum beteiligen. Trotz der Steigerung der Präsenz an der Ostgrenze der NATO darf der Gesprächsfaden (Kontakt)  zu Russland aber nicht abreißen. Um die Zukunft sichern zu können, muss man die Gegenwart schonungslos analysieren. Dazu dient das von der Bundesregierung beschlossene Weißbuch.

Da es Deutschland derzeit finanziell gut geht, müssen wir uns in Zukunft umfangreicher an notwendigen militärischen Einsätzen weltweit beteiligen. Man kann nicht alles den Amerikanern überlassen und dazu müssen wir unsere Fähigkeiten weiter ausbauen. Die Ausrüstung muss verbessert werden. Für die veränderten Aufgaben müssen die entsprechenden notwendigen Gerätschaften gekauft werden, was zwangsläufig eine Erhöhung des Verteidigungshaushalts nach sich zieht. Die große Mehrheit der Bürger akzeptiert diese Festlegung.

Aufgrund der Anschläge in Paris haben uns unsere französischen Freunde aufgefordert, dass wir uns ganz massiv an der Bekämpfung des IS beteiligen sollen. In einer für eine Demokratie nicht für möglich gehaltenen Geschwindigkeit, haben die Bundesregierung und das Parlament dem Einsatz der Luftwaffe in der Türkei zugestimmt. Innerhalb weniger Tage war die Luftwaffe in der Lage, die Verlegung von sechs Tornados und einem Tanker nach Incirlik auf den Weg zu bringen, um dort die entsprechende Einsatzfähigkeit herzustellen. Unter den Partnern fand dies hohe Anerkennung. Es wurde ein Feldlager errichtet für die Unterkunft von 250 Angehörigen der Bundeswehr, ein Wartungsplatz für die Tornados vorbereitet und Fernmeldeverbindungen nach Deutschland und zum Führungsgefechtstand in Katar aufgebaut. Hilfreich war, dass verbündete NATO-Partner schon vor Ort waren und die deutsche Luftwaffe beim Aufbau unterstützen.

Gleichwohl ist es jetzt erforderlich, die Gegebenheiten dort noch zu verbessern. Da gerade bei Temperaturen um die 40° C das Arbeiten erleichtern werden soll, muss auch hier investiert und entsprechende Hangar gebaut werden. Die Wohnsituation wird auch verfeinert. Sollte in Syrien der Krieg kurzfristig beendet werden, ist die militärische Präsenz noch für viele Jahre erforderlich, da die Gegend ein Konfliktherd bleiben wird.

Es ist zu begrüßen, dass der Streit zwischen der Türkei und Deutschland wegen des Besuchsrechts der Abgeordneten des Deutschen Bundestages offensichtlich beendet ist. Somit kann der Einsatz auch weiterhin von Incirlik aus durchgeführt werden. Unter militärischen Gesichtspunkten betrachtet, wäre es problematisch geworden, den Einsatz abzubrechen bzw. den Standort nach Jordanien oder Zypern zu verlegen. Die Konsequenzen wären vielfältig. Eine Diskussion innerhalb der NATO – warum die Luftwaffe sich wieder nicht an einer Mission beteiligt – bliebe nicht aus.

In Mali unterstützt die Luftwaffe die UN bei Objektschutzaufgaben. Bei dieser Mission erkennt man Defizite beim Lufttransport zur Versorgung unserer Einheiten. Wegen der zu kleinen Flugplätze kann der Transporter  A400M nicht eingesetzt werden. Es wird ein Flugplatz in Niger benutzt. Dort muss das Transportgut umgeladen werden. Die Transall ist „malifähig“, aber die lange Anreise wäre problematisch.

Die Transall soll nur noch bis ca. 2022 eingesetzt werden,  daher muss in der gleichen Klasse ein moderner, aber vergleichbarer Typ eingekauft werden. Zurzeit denkt man an die Beschaffung der amerikanischen Hercules C-130J nach, die noch immer gebaut, aber ständig weiterentwickelt wird. Andere Partner, die auch den A400M fliegen, haben diese Entscheidung schon gefällt. Eine weitere Neuanschaffung wird bei den Tankflugzeugen fällig, weil der jetzige Tanker A310 MRTT seine vorgesehene Nutzungsdauer erreicht. Es sind weltweit nur noch wenige A310 im Einsatz und dies führt zu Problemen bei der Ersatzteilversorgung.

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich wieder verschlechtert, weil die Taliban wieder Teile, die bereits befriedet waren, zurückerobert haben. Alle dort noch engagierten Nationen sind aber weiterhin präsent.
Deutschland, als Führungsnation im Norden, bleibt bei seiner Ausbildungsmission. In Afghanistan hat sich gezeigt, dass der Transporthubschrauber CH-53 nicht alle Aufgaben erfüllen kann. Man entschied sich, für bestimmte Aufgaben spezielle Hubschrauber zur Verfügung zu stellen. Da die CH-53 aber insgesamt auch schon überaltert ist, wird die Ersatzbeschaffung eines Transporthubschraubers notwendig. Derzeit sind die amerikanischen Hubschrauber von Boeing, die CH-47F Chinook und die Sikorsky CH-53K ins Auge gefasst worden.

Im Bereich der unbemannten Aufklärung hat man mit der Drohne HERON 1 bisher sehr gute Erfahrungen gemacht. Sie kann über 24 Stunden in der Luft bleiben und wertvolle Erkenntnisse liefern. Bisher war sie in Afghanistan im Einsatz und wird nun auch in Mali eingesetzt werden. Noch in dieser Legislaturperiode wird entschieden, ob das Nachfolgemodell HERON TP, das ggf. auch bewaffnet werden kann, angeschafft wird. Bei der bodengebundenen Luftverteidigung muss demnächst entschieden werden, welches System für die Zukunft zum Einsatz kommt, entweder das weiterentwickelte System PATRIOT oder die Neuentwicklung MEADS. Sollte das MEADS-System zum Einsatz kommen, könnten davon auch deutsche Arbeitsplätze profitieren.

Schon heute muss man sich fragen, wie die Luftverteidigung der Zukunft aussehen soll. Der Tornado ist seit 1973 im Einsatz und ein Ende seiner Einsatzfähigkeit zeichnet sich ab. Da nur er z.Zt. als Träger-Luftfahrzeug atomwaffenfähig in der Luftwaffe ist, muss über ein Nachfolgemodell mit dieser Fähigkeit nachgedacht werden. Da nicht auszuschließen ist, dass auch im Weltraum militärische Auseinandersetzungen geführt werden könnten, sollte auch über unbemannte kampffähige Plattformen nachgedacht werden. Bei den bemannten Plattformen wird der Eurofighter wohl nicht die letzte Entwicklung gewesen sein. Nach gegenwärtiger Einschätzung könnte in den Jahren 2030 –2040 die amerikanische F-35 eingeführt werden oder es gibt eine neue europäische Entwicklung.

Am Ende seines Vortrages stellte sich  General Müllner der Diskussion. Auf die Frage, ob trotz  der Differenzen und Disharmonie zwischen Deutschland und der Türkei, noch eine Partnerschaft bestehen könnte, meinte General Müllner, dass die Türkei weiterhin ein zuverlässiger Partner innerhalb der Nato sein wird. Zur Frage:“ sollten deutsche Firmen ins Ausland verkaufen, die Schlüssel- oder Spitzentechnologien beherrschen“, waren die Auffassungen unterschiedlich. Der Abwägungsprozess, was man verkaufen sollte/könnte oder nicht, ist in der Tat sehr schwierig, weil auf jeden Fall finanzielle Überlegungen eine Rolle spielen. Auf eine entsprechende Frage, gab der Inspekteur die Antwort, dass die Sicherheit von Drohnen im Flug nur dann gegeben ist, wenn man sowieso die Lufthoheit hat.

Am Ende des Abends wurde dem Inspekteur und dem Gastgeber nochmals herzlich für diese wiederum sehr informative Veranstaltung gedankt.

Daten & Fakten

Gründung: 19.09.1984
Stand 2016:  1.187 Mitglieder

Kontakt

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Freundeskreis Luftwaffe e.V.
Wahn 504/10
Postfach 906110
51127 Köln

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